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Logbuch der SY Seluna

30. März - 7. April 2010: Guadeloupe

Oh, den Kulturschock gibt es auch in der eher ungewohnten Richtung: Wir kommen vom durch und durch karibischen Dominica zu den Iles des Saintes, dem Naherholungsgebiet von Guadeloupe. Und hier gibt’s herausgeputzte Gässchen mit farbigen Häuschen und unzähligen Lädelchen, in denen man den üblichen Touristenplunder zu saftigen Preisen erstehen soll. Dazu passend die betuchte Clientel mit Stöckelschühchen und Püdelchen, welche nach dem Shoppen zusammen mit den neuen Boutiquetäschchen von ihrem Dinghypersonal auf ihr Motorschiff „Teurer Champagner“ zurückgebracht werden. [Anm.d.Red.: auf wahren Gegebenheiten basierend, der Pudel ist jedoch frei erfunden.] Alles ist ordentlich und süss, wie aus einem Bilderbuch. Und irgendwie irreal.
ein Bild
Wir segeln schnell weiter nach Deshaies am Nordwestende von Guadeloupe. In den paar Tagen, die wir hier verbringen, jagt ein Höhepunkt den anderen. Wir fangen endlich unseren ersten Fisch in der Karibik! Ein leckerer Thunfisch - gross genug für zwei Abendessen. Und wir beobachten in der Bucht Schildkröten von klein bis riesengross. Dann war da noch der anderthalb Meter lange Iguana. Nein, nicht auf einem Baum herumkletternd, sondern stolz über einen Parkplatz marschierend. Den zweiten sehen wir dann tot auf der Autobahn…
schade, wär ein gutes Bild
Ja, AUTOBAHN! Was für ein Geschwindigkeitsrausch nach all dem gemütlichen Segeln! Wir haben uns für zwei Tage ein Auto gemietet und gehen so auf Entdeckungsreise. Wir besteigen den aktiven Vulkan Soufrière. Der Name sagt es ja schon, welchen Geruch einen dort oben erwartet…
Die aufsteigenden Rauchschwaden sind leider zudem stark ätzend. Seglerische Kenntnisse von Luv und Lee helfen da ungemein. Trotzdem haben uns die Augen gebrannt.
Bild eines Fou Fous
Später baden wir vergnügt in einem eiskalten, natürlichen Felsenbad, in das sich ein kleiner Wasserfall ergiesst (Cascades des Ecrevisses). Und wir wandern durch den Regenwald, wo ich geduldig mit den Mücken spiele, während Leo ungelogen stundenlang mit der Kamera einen Fou-Fou jagt. (So nennt man hier die Kolibris aufgrund ihres chaotischen Flugstils.)
Wasserfallbild
Und unartig waren wir auch: Wir sind nämlich am Fuss des grössten Wasserfalls der Insel und sogar der Antillen (über 100m hoch) baden gewesen. Dabei darf man ihn ja eigentlich seit dem grossen Unwetter im 2003 nur noch aus der Ferne anschauen. Damals wurden ein Teil des Weges und die Brücke weggespült. Uns schien es aber heuer völlig ungefährlich zu sein und zudem hatten wir ja für irgendwas auch Eintritt bezahlt. Auf dem Heimweg wollten wir dann noch einkaufen gehen: Käse! Französischen Käse! Und Joghurt! Und Käse! Wie verdattert stehen wir vor dem geschlossenen Supermarkt. Über all die Ausflüge und Eindrücke haben wir es ganz versäumt, dass Karfreitag ist. Schnell nach Hause zum Eierfärben!
Letzte Änderung am 26 06 2010 durch Gesina und Leo. Feedback/Kontakt